Presseforum 2020

März 2020

Die Pepperl+Fuchs Marke ecom übergibt Tablets auch an Realschule Krautheim

ECOM Instruments rüstet Produkte wie Tablets, Smartphones etc. für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen auf und macht so neue digitale Applikationen rund um Instandhaltung, Datenerfassung, Alleinarbeiterschutz, Kommunikation und Augmented Reality nutzbar. Jetzt sollen die ECOM Tablets auch den Schulen der Region und vor allem deren Schülerinnen und Schülern zugutekommen. Bei den Tablets handelt es sich um Geräte, die von ECOM gemeinsam mit Samsung auf den anspruchsvollen Industrieeinsatz mit hoher Akkuleistung und widerstandsfähigem Gehäuse zugeschnitten und entwickelt wurden.

 

Übergeben wurden die Tablets Anfang des Jahres an die Schulleiter des Deutschorden-Gymnasiums, der Kopernikus Realschule, der Jugendtechnikschule Taubertal in Bad Mergentheim sowie der Realschule Krautheim und dem Netzwerk der „Kreativen Köpfe“. Die Schülerinnen und Schüler sollen damit an innovative Technologie herangeführt und begeisterter Umgang ermöglicht werden, um die Vorteile der Digitalisierung erlebbar und für die weitere Ausbildung nutzbar zu machen. Immer wieder setzen Schülerinnen und Schüler der Schulen Ihre Ausbildung und Ihren beruflichen Werdegang auch bei ECOM in Assamstadt fort.

 

Nach einer Einführung durch ECOM Geschäftsführer Roolf Wessels mit einem spannenden Überblick über das spezielle Geschäftsfeld sowie die innovativen Produkte von ECOM zeigten sich die Schulleiter anlässlich Ihres Besuches am Unternehmensstandort Assamstadt sehr erfreut über die Ausstattung mit den benötigen Tablets. Diese unterstützen es, den digitalen Fahrplan im Unterricht an den Schulen umzusetzen, wie er im Netzwerk „MINT hoch4“ und an den Schulen bereits erarbeitet und festgeschrieben wurde.

 

 

Bilduntertitel:

 

Das Bild zeigt von rechts den Geschäftsführer der ECOM Instruments GmbH, Roolf Wessels bei der Übergabe der Tablets in der Fertigung am Unternehmensstandort Assamstadt an den Schulleiter der Kopernikus Realschule Heiko Knebel, stellvertretend für die Jugendtechnikschule und das Netzwerk der „Kreativen Köpfe“ Iris Lange-Schmalz, den Schulleiter des Deutschorden-Gymnasiums Bad Mergentheim Christian Schlegl sowie der Realschule Krautheim mit Schulleiter Thomas Weniger und Konrektor Simon Kurfeß.

Februar 2020

Neue Gürtelfarben für Judoka der Realschule Krautheim

Drei Schüler der Realschule Krautheim, die im vergangenen Halbjahr regelmäßig an der Judo AG teilgenommen haben, zeigten sich bei der Gürtelprüfung des TSV Künzelsau von ihrer besten Seite.

Zusammen mit Nachwuchsjudoka aus dem Verein stellten sie sich dem Prüfungsprogramm für den gelb-weißen Gürtel. Zunächst demonstrierten sie die Falltechniken nach hinten und zur Seite. Diese sind elementar für die nachfolgende Demonstration der Würfe „Hüftschwung“ und „großer Außensturz“. Der Geworfene soll sich beim Fallen schließlich nicht verletzen.  Auf dem Boden angelangt zeigten die Judoka zwei verschiedene Haltegriffe mit der entsprechenden Befreiung. Konzentration war bei der nächsten Aufgabe gefordert, es musste aus der Bewegung ein geeigneter Wurf geworfen und anschließend im Boden eine Haltetechnik angewendet werden. Auch diese Herausforderung wurde von Jan Küffner (5b), Luke Leykauf (5b) und Felix Hartmann (5b) gemeistert. Im abschließenden Randori (Übungswettkampf) zeigten sie, dass sie ihre Techniken auch ohne Bewegungsvorgaben anwenden können.

 

Aufgrund ihrer gezeigten Leistungen, durften sie am Ende ihre Prüfungsurkunde in Empfang nehmen.

 vl. Jan Küffner (5b), Felix Hartmann (5b), Luke Leykauf (5b)
vl. Jan Küffner (5b), Felix Hartmann (5b), Luke Leykauf (5b)

Elternvortrag an der Realschule Krautheim

„Wir haben den Mittelweg nicht gefunden“

 

Bildungschaos, Kampfhubschraubereltern, Pisa-Hysterie: Der ehemalige Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, legte in der Krautheimer Realschule den Finger in die Wunden des deutschen Bildungswesens. 

 

 „Stecken wir im Bildungschaos fest oder anders gesagt: Sind wir noch zu retten?“ – mit diesen provokanten Worten stellte Schulleiter Thomas Weniger den Redner des Abends vor und bezeichnete diesen als „Klarsprecher“. Viele Eltern aber auch Lehrer hatten sich im gut besuchten Eugen-Seitz-Bürgerhaus eingefunden. In seinem kurzweiligen Vortrag zum Thema „Bildungsnation oder Bildungschaos? Was Eltern jetzt wissen müssen“ zerpflückte der Autor mehrerer Bücher die Bildungspolitik, gab aber auch den Eltern einige Tipps mit auf den Weg.

Natürlich sei es ein provokantes Thema, bekannte der der 70-Jährige: „Ein Wissenschaftler dürfte nicht so reden“. Aber er selbst sei Praktiker und ein „Mann des klaren Wortes“. Er scheut sich nicht davor anzuecken. Der Oberstudiendirektor a.D. und Diplom-Psychologe weiß, wovon er spricht. Als Leiter eines Gymnasiums in Bayern begleitete er rund 2000 Schüler bis zum Abitur. Außerdem war er von 1987 bis 2017 Präsident des Deutschen Lehrerverbandes und begleitete so die Bildungspolitik in Deutschland. „Ich hatte viel von dieser Gesellschaft“, erklärt Kraus, der sich selbst als politischen Menschen sieht. „Deshalb will ich meine Erfahrungen zurückgeben“. Von 1993 bis 2014 war er zudem Mitglied im Beirat für Fragen der Inneren Führung des Verteidigungsministers und wäre 1995 beinahe hessischer Kultusminister geworden. Erst im vergangenen Jahr hat er gemeinsam mit dem Co-Autor Oberst a.D. Richard Drexl ein Buch über die Bundewehr veröffentlicht.

Kraus ging mit der deutschen Bildungspolitik hart ins Gericht. Deutschland habe eine große Bildungstradition – „weltweit beneidet“ - doch „wir sind dabei, Strukturen, Inhalte und Vorzüge über Bord zu schmeißen“. Das mache ihm Sorgen, „weil wir zurückfallen“. Immer mehr Ausbildungsbetriebe und Universitäten müssten Lift-Kurse besonders in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathe anbieten, in denen bestimmte Inhalte des schulischen Unterrichts nochmal aufbereitet werden –„das ist im Prinzip Nachhilfe“.  

Viele Studierberechtigte – die er unterscheidet von Studierbefähigten – brächten nicht mehr das mit, was für ein Studium nötig sei. Vor allem mache ihm Sorgen, dass „wir weltweit in einem globalen Wettbewerb stehen mit Nationen, wo das Leistungsprinzip in der Bildung noch nicht diskreditiert ist“, wo noch Neugier und Anstrengungsbereitschaft angesagt seien. Er vergleicht Deutschland mit den „Ostasiaten, die uns über kurz oder lang wahrscheinlich auch in diesem Bereich überrunden werden“. Er möchte kein Drillsystem wie in Korea, China oder Japan. Aber hier findet seiner Meinung nach das andere Extrem statt: „Wir haben den Mittelweg nicht gefunden“.

Von Bilanzen lässt sich Josef Kraus nach eigenen Worten nicht täuschen. Jedes Jahr steige die Abiturienten-Quote in Deutschland, die Noten werden immer besser, die Anzahl der Sitzenbleiber und Durchfaller dagegen falle. Doch hier werden, „Quote und Qualität verwechselt“. Zeugnisse würden zu „ungedeckten Schecks, mit denen man Eltern und junge Leute hinters Licht führt“. So sei eine Schieflage zwischen beruflicher und akademischer Bildung entstanden und das in einem Land, das immer sagte, „Bildung ist unser Exportschlager und der Garant dafür, dass wir die weltweit niedrigste Arbeitslosenquote bei Jugendlichen haben“. Heutzutage würden in Deutschland mehr junge Leute ein Studium als eine Ausbildung beginnen. Was bei der mittelständischen Wirtschaft und teilweise in der Industrie spürbar werde – Stichwort Fachkräftemangel. Vor 2011 sei Baden-Württemberg bei allen innerdeutschen Vergleichen unter den vorderen vier Plätzen gewesen.  Ein paar Jahre später ist es auf den hinteren Rängen. Kraus führt das auf eine „Reformitis ohne gleichen zurück, die meinte, keinen Stein auf dem anderen lassen zu müssen“.

Der Niederbayer lehnt den Bildungszentralismus ab, weil „wir dann innerhalb einer Generation Pisa-Ergebnisse wie Bremen und Berlin haben“. Politik gebe sich gerne populistisch und „Erleichterungspädagogik und Gefälligkeitsbildungspolitik würden bei einem Teil der Beteiligten“ gut ankommen. Er wünscht sich einen „Wettbewerbsföderalismus“. Dieser sei aber weitestgehend außer Kraft gesetzt worden, bedauert Kraus und macht gleich den Schuldigen aus: „Ein falsches Verständnis von Föderalismus ist schuld, wenn es schiefläuft in Deutschlands Schulen und Bildungseinrichtungen“. Die Schuld macht er nicht an Schülern, Eltern oder Lehrern fest – auch wenn unter Deutschlands 800.000 Lehrern nicht nur Helden und Heilige seien. Die Schuldfrage dagegen stellt er in Richtung Politik und Bildungswissenschaften, „die immer noch uralten Ideologien hinterherhecheln“.

Der Träger des Deutschen Sprachpreises 2018 zeigt der deutschen Bildungspolitik sechs „ideologische Irrwege“ auf, die man immer wieder diskutieren müsse, „bevor man in reinem schul- und bildungspolitischem Pragmatismus ersäuft und immer neue Versprechungen draufsetzt, die alle in Richtung Gefälligkeitspädagogik gehen“. Zu der zählt er die Abschaffung der Hausaufgaben, des Sitzenbleibens, der Zeugnisse und Noten sowie der Rechtschreibung. Er geißelt die Rechtschreibreform als „Kniefall vor der zunehmenden Legasthenisierung der Gesellschaft“. Aber Rechtschreibung „hat auch mit sprachanalytischem Verständnis zu tun“ und sie biete eine „gewisse Chancengerechtigkeit, wenn alle sie beherrschen“.

Auch das Egalitätsprinzip gehört für ihn dazu, denn wenn alle Abitur haben würden, habe keiner mehr eins. Dann gebe es andere Selektionskriterien. Er selbst bezeichnet sich als großer Fan von Haupt- und Realschule und meint, „wer die Hauptschule abschafft, schafft den Hauptschüler nicht ab“. Erfreut stellte er fest, dass es in Krautheim eine Hauptschule gibt. Zur einladenden Realschule merkte er lobend an: „Ich habe gesehen, welch lebendige Schule das ist, auch übrigens in der Kooperation mit Partnern aus der Wirtschaft“.

Ein weiterer Irrweg sei der „Machbarkeitswahn“, bei dem man glaube, „mit Pädagogik könne man aus jedem Menschen alles machen“. Dazu zählt er auch die „Radikalinklusion“ und spielte auf den Fall von Henri an, dessen Mutter ihren Sohn, der das Down-Syndrom hat, unbedingt aufs Gymnasium schicken wollte. Bei allen Fragen der Beschulung stehe an oberster Stelle das Kindeswohl und dieser Fall hat laut Kraus nichts mit Kindeswohl zu tun. Für ihn sei das eher Kindesmisshandlung. Das bedeute aber nicht, dass behinderte Kinder nicht auch eine Regelschule besuchen könnten, sofern die technischen und personellen Voraussetzungen erfüllt seien.

Der „Glaube, Lernen müsse immer nur Spaß machen“ sei ein weiterer Irrweg. Seiner Meinung nach gebe es Lernen und Bildung nicht ohne Anstrengung. Doch in Deutschland sei das Leistungsprinzip über „Jahrzehnte diskreditiert worden“. Aber Leistung sei ein „wichtiges Vehikel zur Entwicklung der eigenen Identität“ und Basis des Sozialstaates. Spaß- und Gefälligkeitspädagogik lehnt er ab, denn nicht „alles, was den Kindern in der Schule leicht gemacht wird, macht ihnen den Einstieg ins Leben leicht“. Weitere Irrungen sind die Quotenfalle, „die planwirtschaftliche Vermessenheit“, dass alle studieren müssten sowie die „Pisa-Testerei“. Die sei kein Schulleistungstest, sondern messe nur rund zehn Prozent des schulischen Lerngeschehens. Sprachliches Ausdrucksvermögen käme darin genauso wenig vor wie „Bildung in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Geschichte“. Aber „die hohe Politik ist besoffen von Pisa-Rankingplätzen“ und verordne den Schulen Multiple-Choice-Tests und „Lücken-Zustöpsel-Tests“ im Fach Deutsch, obwohl hier die jungen Leute lernen sollten, ihre Gedanken auszuformulieren.

Auch die Beschleunigung bezeichnet Kraus als Falle. „G8 war ein katastrophaler Fehler“, sagt er. Und jetzt komme auch noch aus der Ecke der Wirtschaft der Ruf nach „Einschulung mit vier“. Er nennt das „Beschleunigungswahn ohne Rücksicht auf die Entwicklungspsychologie von Kindern“. Er erlaube sich als erfahrener Pädagoge, der als Schulleiter G9 und G8 erlebt hat, zu sagen, „dass die „G8-Absolventen weniger reif sind“.

Auch die Eltern bekamen an dem Abend ihr Fett weg. Kraus hielt ihnen den Spiegel vor, was diese amüsiert aufnahmen. Er wolle niemanden in Schubladen stecken, aber verhindern, dass sie genauso werden, erklärte er und gab ihnen zehn Anregungen für die Kindererziehung mit auf den Weg – „Impulse zur Selbstreflexion“ aber keine Patentrezepte, denn jede Familie und jedes Kind sei anders. Es gebe zwei extreme Elterntypen: Diejenigen, die sich um nichts kümmerten und jene, die sich um „alles und noch mehr kümmern“. Deren Anteil werde immer größer. Die meisten Eltern seien verantwortungsbewusst, weshalb er ein differenziertes Elternbild habe. Das Problem seien aber die Kinder aus den extremen Erziehungshaltungen.

Kraus beansprucht für sich, 2011 den US-amerikanischen Begriff Helikopter-Eltern in Deutschland eingeführt zu haben. Mittlerweile gebe es drei Ausprägungen, die die Zuhörer mit Gelächter zur Kenntnis nahmen: Kampfhubschrauber-Eltern, Rettungshubschrauber-Eltern sowie Transporthubschrauber-Eltern. Neu seien Begriffe wie Schneepflug-Eltern, Curling-Eltern oder auch Drohnen-Eltern. Er führte kuriose Beispiele der Elternliebe an wie Handys mit GPS, die Alarm geben, sobald die Kinder einen Aktionsradius von 200 Metern überschreiten. Diese Eltern würden dem Kind nichts zumuten und nie was versagen, aus Angst es zu traumatisieren – sie seien im „Verwöhnwahn“. Genauso schlimm sei aber auch der Förderwahn, bei dem die Mama einen VHS-Kurs in Latein macht, wenn das Kind aufs Gymnasium wechselt. Oder die unsäglichen WhatsApp-Gruppen, in denen die Eltern um die richtigen Lösungen für die Hausaufgaben streiten. Lachen unter den Eltern – der eine oder die andere schien solche Situationen zu kennen. Solche Kinder hätten Hilflosigkeit gepaart mit hohen Ansprüchen gelernt. Sie würden nie Verantwortung übernehmen und nie Unternehmergeist entwickeln.

Kraus riet den Eltern, der „Bildungspolitik und ihren Versprechungen“ zu misstrauen - das seien nur Sprechblasen - ebenso wie dem „Gerede von überfrachteten Stoffplänen“. Was man gelernt habe, schaffe kognitive Strukturen. Die junge Generation brauche mehr konkretes Vorratswissen, wenn sie mitreden möchte. Er zitierte den Spruch von Marie von Ebner-Eschenbach. „Wer nichts weiß, muss alles glauben“. Wissen habe schließlich auch mit Mündigkeit zu tun.

Eltern sollten den Kindern in punkto Neugier und Lesen ein Vorbild sein. Wer liest komme weiter und außerdem besagten Studien, dass „Vielleser ein 30-prozentiges höheres Einkommen“ hätten. „Ist das kein Argument?“, fragte Kraus. Dann erinnerte er die Eltern daran, dass ein Kind Liebe und Zuwendung auch ohne Abi verdient habe. Schließlich gebe es unendlich viele Abschlüsse und der Mensch beginne nicht erst beim Abi. Auch eine handwerkliche Ausbildung könne zufrieden machen.

Eltern sollten Mut zur Autorität in der Erziehung und die Bereitschaft haben, die der Schulen anzuerkennen. Kinder seien überfordert, „wenn sie Partner auf einer Augenhöhe mit den Eltern sein sollen“. Sie bräuchten Orientierung. Wer keine Vorgabe mache, verweigere diese den Kindern. Außerdem sollten Kinder in Anspruch genommen werden. Die Eltern sollten dem „Gerede vom Schulstress misstrauen“. Den größten Stress, den Kinder heutzutage hätten, sei medialer Stress, sie kämen dadurch nicht mehr zur Ruhe.

Ebenso sollten sich Kinder an angemessenen Herausforderungen erproben und lernen, mit Niederlagen und Enttäuschungen umzugehen. Sie sollten auch mal scheitern dürfen. So lernten sie Frustrationstoleranz und Resilienz. Natürlich könne man mal hinfallen, aber das Dümmste sei, „liegen zu bleiben und nicht mehr aufzustehen“.

„Sofortismus“ sollte man ebenfalls nicht betreiben, Kinder also mal warten lassen und ihnen nicht jeden Wunsch von den Augen ablesen. Sie würden sonst dazu verführt, „nie die eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen“. Glück könne man nur erleben, wenn man „Hirnschmalz, Zeit und Frustrationsüberwindung investiert hat und dann zum Erfolg kommt“.

Kinder sollten sich motorisch austoben und genügend schlafen. Zu wenig Bewegung habe direkte Auswirkungen auf die Motorik und „infolgedessen gibt es immer mehr adipöse Kinder“. Außerdem solle man seinen Kindern „lange Weilen“ gönnen. Sie bräuchten auch Faulheit – das „Durchhängen nach Aktivitäten“. Dafür solle man Entschleunigungsinseln schaffen. Zum Schluss stellte Kraus fest: „Erfolgreiches Erziehen geht nur mit einem Schuss Humor und Leichtigkeit“. Humor sei ein wichtiges pädagogisches Mittel, aber daran fehle es in Deutschland. „Kommen Sie weg vom immer nur Bierernsten“, empfahl er. Mit Humor könne der Mensch ein lebensbejahendes Leben führen, das „relativiert und entspannt Manches“. Echter Humor sei das beste Mittel, um den Unwägbarkeiten des Lebens zu begegnen.

 

 

GSCHWÄTZ / Sonja Bossert

Januar 2020

Realschule Krautheim spendet 6500 Euro an „Help! - Wir helfen!“

Insgesamt 100.000-Euro-Marke geknackt

 

„Kinder helfen Kindern“ - so lautet schon seit 18 Jahren das Motto des jährlich stattfindenden Weihnachtsbazars der Realschule Krautheim. Der Bazar, der immer am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien durchgeführt wird, ist ein Höhepunkt des „Sozialen Lernens“ im Schulalltag der Schüler. Dieser ist im Schulprogramm eine von insgesamt sechs Säulen unter dem Motto „fit für die Zukunft“.

Die Idee mit einem Weihnachtsbazar Spendengelder zu sammeln, kam den Lehrern bereits in den 80er Jahren nach dem Atomunglück von Tschernobyl. Seitdem unterstützt die Schule jedes Jahr eine andere Hilfsorganisation aus der Region, die sich im In- oder Ausland engagiert.

Für den diesjährigen Bazar wurde der Verein „Help! – Wir helfen!“ ausgewählt. Mit den Erlösen des Bazars soll Kindern auf den Philippinen geholfen werden. Dort herrschen große soziale Unterschiede und die Kindersterblichkeit ist durch Unrat sowie mangelnder Hygiene in den Slums sehr hoch. Zudem ist Kinderarbeit stark verbreitet. „Help!“ zahlt Operationen, Prothesen, Impfstoffe, leistet finanzielle Hilfen für die Beschaffung medizinischer Geräte und bringt auch gebrauchte Gegenstände wie Betten und Rollstühle aus deutschen Krankenhäusern in Containern auf die Philippinen. Schwerpunkt der Tätigkeit von „Help! – Wir helfen!“ liegt in der medizinischen Hilfe, so wurden schon rund 2500 Lippen-Gaumen-Kieferspalten-OPs durchgeführt.

Dieses Jahr ist ein besonderes, denn mit einem Erlös von 6500 Euro knackt die Realschule Krautheim – alle Bazare seit Beginn zusammengenommen – die 100.000- Euro-Marke. Um dieses großartige Ziel zu erreichen liefen wochenlang die Vorbereitungen für dieses große Ereignis. Es konnten in weihnachtlicher Atmosphäre eine Vielzahl von Speisen und Getränken, aber auch verschiedenste Bastelarbeiten zum Kauf angeboten werden.

Realschulrektor Thomas Weniger bedankte sich bei den Schülern, deren Eltern sowie dem Lehrerkollegium für das großartige Engagement, das seit vielen Jahren beachtliche Spendensummen ermöglicht.